Sonntag, 20. Juli 2025

Grube Messel – von der Müllkippe zum Weltnaturerbe

 Hallo liebe Entdecker & Naturkundefreunde!


Bei BuchtyTours nehmen wir euch heute mit auf einen Ausflug ins Jahr –48 Millionen. Willkommen in der Grube Messel, dem ersten UNESCO‑Weltnaturerbe Deutschlands. Und das bei uns in Hessen!. Ein Ort, dessen fast magische Fossilien-Landschaft wie ein Fenster in eine längst vergangene Welt wirkt. Man blickt direkt ins Erdzeitalter Eozän, benannt nach Eos, der griechischen Göttin der Morgenröte (die Dinosaurier sind Vergangenheit, es beginnt die Epoche der Säugetiere)
Der Begriff "Grube" ist etwas irreführend. Es handelt sich hier um einen ehemaligen Vulkanrater mit einem Durchmesser von einem Kilometer und einer Tiefe von 60 Metern, vergleichbar mit den Maaren der Vulkaneifel. In den 1970er Jahren starteten die Planungen die Grube zu einer Mülldeponie zu machen. Zum Glück konnte das durch das Engagement einer Bürgerbewegung und den Grünen mit Joschka Fischer an der Spitze verhindert werden. Zum Dank wurde eine, in der Grube gefundene, fossile Schlange Paleopython Fischeri benannt. Einen aufschlussreichen Artikel findest du hier.

Was gibt es zu sehen

Besucherzentrum 

In dem architektonisch markanten Gebäude - ziemlich mächtig und etwas leer wirkend - befindet sich neben einem Bistro ein kleiner Filmsaal, in dem du Genaueres über das politische hin und her - ob Mülldeponie oder nicht- erfahren kannst. Alles ist authentisch dargestellt, auch Frisuren, Klamotten, Autos, einfach alles. Keine Ahnung, wie die das gemacht haben. Sehr interessant. Und witzig - besonders, wenn einem das alles sehr bekannt vorkommt.

Mit einem virtuellen Bohrkern kannst du dich in die Tiefen der Grube vorwagen, und deine Erkenntnisse über Geologie und die verschiedenen Gegebenheiten in den jeweiligen Erdzeitaltern erweitern.

Es sind  verschiedene Fossilien ausgestellt, aber keine Riesenmenge.
Zur Zeit gibt es im Senckenberg-Museum eine Sonderausstellung dazu. Ich würde dafür aber noch einen weiteren Ausflug empfehlen.

Eine Weltkarte gibt Auskunft über die Plattentektonik und zeigt auf, dass das Klima in vergangenen Zeiten ein anderes war, aber auch die Lage Deutschlands war eine Andere, es lohnt sich, sich das mal näher anzuschauen.

Geführte Tour in die Grube

Das Betreten der Grube ist nur im Rahmen einer Führung möglich. Hierfür ist festes Schuhwerk unerlässlich.

Es gibt verschiedene Führungen. Grubenwanderung zum Grunde des Kraters mit artesischem  Brunnen oder mit dem Welterbe Express, einem Elektromobil, für alle, die nicht 60 m hoch und runter kraxeln wollen. Und auch Familienführungen. Infos darüber findest du auf der Webseite. Informiere dich hier auf jeden Fall, welche die richtige für dich ist. Manchmal dürfen Hunde mit, besser vorher nachfragen.

GRAB`MAL

Bis zum Oktober darf man selber Fossilien aus dem Ölschiefer freilegen. Eine KI hilft dir bei der Bestimmung. Es finden sich viele Fischschuppen und Krokodilk😀cke aber vielleicht findest du auch einen fossilen Schatz!

🌿Fossilien-Highlights

Das Pferdchen der Morgenröte  (Du erinnerst dich - die Zeit der Säugetiere beginnt)

Ein besondere Sensation ist dabei das Urpferd Eohippus – einer der frühesten bekannten Vorfahren unserer heutigen Pferde. Mit einer Schulterhöhe von nur etwa 30 bis 40 cm war Eohippus so groß wie ein Fuchs und lebte als Waldbewohner. Im Gegensatz zu seinen heutigen Verwandten besaß Eohippus an den Vorderbeinen vier und an den Hinterbeinen drei funktionale Zehen. Seine Zähne lassen darauf schließen, dass er sich hauptsächlich von weichen Pflanzen ernährte. Die Funde aus der Grube Messel liefern wertvolle Einblicke in die Entwicklungsgeschichte dieser faszinierenden Tiergruppe und verdeutlichen eindrucksvoll den evolutionären Weg vom mehrzehigen Waldbewohner zum einzehigen (einhufigen) Steppenläufer.

Bis jetzt wurden in Messel 45 Skelette gefunden.

Besonders bemerkenswert ist das Fossil eines schwangeren Eohippus-Weibchens, das mit seinem ungeborenen Fohlen gefunden wurde. Mit dieser Stute gelang der erste Nachweis einer Gebärmutter. Dieses einzigartige Exemplar gewährt nicht nur Einblicke in die Fortpflanzungsbiologie der frühesten Pferde, sondern ist auch ein berührendes Zeugnis für den Erhaltungsgrad der Fossilien in der Grube Messel. Solche Funde sind extrem selten und unterstreichen den wissenschaftlichen Wert dieser Fundstätte.

einige kurze Infos erhältst du hier.

Darwinius masillae

“Ida” ist eine echte Sensation der Paläontologie. Dieses nahezu vollständig erhaltene, 47 Millionen Jahre alte Primatenjunge – wissenschaftlich Darwinius masillae genannt – überrascht mit Haut- und Fellabdrücken, Mageninhalten und vollständigem Skelett. Uneingeschränkter Star der Messelfunde, war Ida ursprünglich als potenzieller "Missing Link" gefeiert – wobei heutige Forschung sie eher am Rand der Lemurenverwandten verortet . Trotzdem ist dieses Exemplar erstaunlich vollständig und lehrreich – auf einem ganz anderen Level als fassbare Urzeitknöchelchen.


🌿 Weitere Fossilien-Highlights

Neben Ida hast du die Chance, Propalaeotherium( mit den Pferden verwandt , aber kein direkter Pferdevorfahr, sondern ein Seitenzweig), tropische Vögel wie Messelornis, Krokodile, Flughunde, Insekten mit Farberhalt und sogar Krokodil-Kot zu sehen. Jeder Fund erzählt von einem längst verlorenen Ökosystem – spektakulär konserviert im Ölschiefer.


🌟 Warum du hinmusst

  • Ein echtes Zeitfenster, perfekt für Familien, Schulen und neugierige Erwachsene

  • Führungen liefern Tiefgang – ohne sie wirkt das Grubengelände fast leer

  • Fossilien-Gala: komplette Urzeitpferde mit Weichteilen und Mageninhalten

  • Multimedial & interaktiv, von Film bis Virtual Reality

  • Natur trifft Wissenschaft: Geopark, Industriekultur und Wildnis in einem

Also: Nix wie raus! Pack deine Entdeckerlust ein, besuche die Grube Messel und erlebe Geschichte hautnah – in 3D, Original und 48 Millionen Jahre alt.

(Alle hier vorgestellten Orte habe ich persönlich besucht – und für empfehlenswert befunden. Negative Bewertungen gibt's nicht – das Nicht‑So‑Schöne bleibt unerwähnt!)




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